Meinung: Akzeptanz von Piercings in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft

Hier die Meinung unserer Leserin Mareike zu einer aktuellen Diskussion zum Tehma Piercings in der Wirtschaft:

finland_punk_girl_972648_l

Ich möchte einmal meine Meinung zu einem Thema loswerden, das Anfang des Monats in den Medien diskutiert wurde und mit der Akzeptanz von Piercings in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft zu tun hat.

Was war passiert?

Der Unternehmer Prof. Henning Zos, Chef der Zos Gruppe aus Wenden, die Nano Technik herstellt, hatte 44 Schulen aus der Region zu einer wissenschaftlichen Fachtagung eingeladen, um interessierten jungen Menschen einen Einblick in die Materie zu geben und für einen Beruf in diesem Sektor zu begeistern. Dann fällt in der Einladung aber der folgende Satz: „Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße nicht heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können (…).” Es entbrannte sofort eine harte Diskussion in den Medien und der Wirtschaftsminister von NRW sagte sogar seine Teilnahme ab. Prof. Henning Zos steht aber weiterhin zu seiner Aussage, ein anständiges Auftreten bei Unternehmen sei nun Mal eine Selbstverständlichkeit.

Es wird den einen oder anderen vielleicht wundern, aber ich bin durchaus Meinung, dass wenn ein Unternehmen keine gepiercten, tätowierten oder bunt gefärbten Mitarbeiter einstellen möchte, dann muss man das meiner Meinung nach hinnehmen. Hier wurden die Schüler aber nicht auf ein Vorstellungsgespräch geladen, sondern auf einen Wissenschaftskongress der erst einmal Interesse bei den Schülern wecken sollte. Ein vernünftiges Benehmen kann der Veranstalter einfordern, aber so harsche Vorschriften bezüglich Piercings, usw. finde ich schon übertrieben. Vor allem irritiert mich, dass er von Respekt und Selbstverständlichkeiten spricht, aber dann selbst so eine unprofessionelle Sprache fehlt. Wenn er einem Bewerber aufgrund seines Piercings absagt, dann wird er sicher auch nicht sagen: „Sie hatten Blech im Gesicht“. Warum also von den Schülern eine Anpassung an seine Arbeitsnormen fordern, wenn er selbst den Ton nicht einhält.

Ich finde es grundsätzlich auch nicht in Ordnung, gepiercte Menschen mit „Blech im Gesicht“ zu bezeichnen. Da denkt man doch an jemanden, dessen Gesicht mit mindestens 2kg Piercingschmuck übersäht ist, was in der Realität doch so gut wie nie vorkommt. Ein Monroe-Piercing, ein Zungenpiercing oder ein Nasenpiercing sind doch meistens so dezent, dass sie auch im Berufsleben eigentlich niemanden mehr schocken sollten. Hier macht der Prof. aber auch keinen Unterschied.

Ich denke, dass man heutzutage lockerer mit dem Thema Piercing am Arbeitsplatz umgehen sollte. Und wenn man Schülern seine Firma vorstellen möchte, dann sollte es erstmal um andere Fragen als das Piercing gehen.

Ich weiss, dass gerade ältere Menschen Piercings manchmal immer noch als etwas unmögliches empfinden und ich nehme daher auch Rücksicht und sogar mein Piercing heraus, wenn ich merke, dass es diese älteren Menschen irgendwie belastet, aber den vorliegenden Fall finde ich übertrieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.