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Alle Jahre wieder: Piercing Fans treffen auf die Familie

Bald ist wieder Heilig-Abend und dann Weihnachten. Nur noch wenige Tage trennen uns von einem der schönsten Familienfeste im Jahr.

So klassisch wie die Weihnachtsplätzchen, die Geschenke und Weihnachtsbaum ist aber bei vielen Menschen der Umstand, dass man mit seinen Familienmitgliedern zusammenkommt und Zeit miteinander verbringt. Oftmals sitzt man dann längere Zeit auch mit Oma, Opa, Onkel, Tanten und natürlich auch den Eltern zusammen. Bei diesem Zusammentreffen, das ja eigentlich nur schön und harmonisch sein sollte, kommt es nicht selten auch mal zum Streit. Wer ein oder mehrere Piercings sichtbar trägt, der kann davon vielleicht sogar ein Lied singen. Besonders Verwandte, die man sonst nicht so oft sieht oder aber ältere Jahrgänge, lassen es sich nicht nehmen, den einen oder anderen Kommentar zum Piercing abzugeben und der gepiercte Empfänger des Kommentars ist im besten Fall genervt, im schlechtesten Fall gibt er einen entsprechenden Kommentar zurück und die Harmonie hat ihren Knacks weg.

Natürlich ist das wie oben beschrieben nicht bei jedem der Fall. Viele Familien haben kein Problem damit, wenn ein Familienmitglied gepierced ist oder sie lassen sich wenigstens zu Weihnachten nichts anmerken. Bei anderen Fällen kommt es aber zum Krach.

Woran mag das liegen?

Zum einen hat man vor Weihnachten oft Stress. Viele müssen für Schule, Uni oder Beruf eine Menge erledigen, bis sie in den Weihnachtsurlaub gehen können, dazu kommen die Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest. Wenn dann endlich Heiligabend kommt, sind viele noch nicht im Relax-Modus. Dazu kommt, dass sich viele Familien in Vollbesetzung meist zu Weihnachten treffen. Da sind dann also auch verwandte dabei, die einen lange oder länger nicht gesehen haben und dann fällt denen Dein Piercing erst jetzt so richtig auf. Überhaupt lädt die Zeit, die man miteinander verbringt quasi dazu ein, jemandem mal zu sagen, was einem nicht passt. Und für einige (besonders ältere Jahrgänge) passt ein Piercing vielleicht irgendwie nicht zu ihrer Weihnachtsstimmung.

Mein Rat ist der Folgende: Wenn Du einen hämischen oder blöden Kommentar hörst, wegen Deinem Piercing, dann lass Dir dadurch das Weihnachtsfest nicht vermiesen. Vielleicht hat es Der- oder Diejenige gar nicht so gemeint, wie es erstmal bei Dir angekommen ist und selbst wenn, dann lohnt sich doch ein Streit über Weihnachten deswegen nicht, selbst wenn Du Dich erstmal darüber ärgerst.

Einfach mal lächeln und sagen: “ Schade, dass mein Piercing Dir nicht gefällt, aber Du musst es ja auch nicht tragen. Ich finde es steht und passt zu mir und och fühle mich damit einfach rundum wohl. Aber wir sind ja hier sowie unter uns, da ist es ja nicht so wichtig, wie wir gekleidet sind, welche frisur wir haben oder ob wir ein Piercing tragen. Wichtig ist doch, dass wir zusammen sind“. Danach wird sich das Thema sofort erledigt haben.

Meinung: Piercing beim Haustier ist nicht in Ordnung!

Eine Meldung, die wir auf der Radio Regenbogen Webseite gefunden haben, hat uns dann doch mal ganz schön verwirrt. Angeblich ist ein neuer Trend, seine Tiere, hier speziell Hunde zu piercen. (Artikel)

Auf der Seite waren auch Bilder von Hundebesitzern gepostet, von deren sozialen Netzwerk Profilen, auf denen die Haustiere mit Piercing zu sehen sind. https://twitter.com/MvBueno23/status/641410565743747072/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw

Wir konnten das erst gar nicht glauben und haben uns selbst einmal im Netz umgeschaut. Tatsächlich haben wir sogar eine Webseite gefunden, auf der Bilder von Tieren zu finden sind, die entweder gepierced oder tätowiert sind. Meistens sind es auch hier Hunde, aber auch Katzen, Hausratten und Fische mit einem Piercing lassen sich finden. Wer sich die Webseite anschauen möchte, findet hier den Link, empfehlen wollen wir das nicht uns haben die Bilder ehrlich gesagt, ganz schön mitgenommen.

Bei der weiteren Recherche sind wir sogar noch auf eine Vielzahl von Artikel und Bilder gestoßen, so wurde 2011 eine Frau in England verurteilt, die ihrer Katze schwere Ohrenpiercings gestochen hat.

Wenn man über Piercings bei Tieren spricht, geht es normalerweise um etwas Anderes. In der Landwirtschaft wird einem Bullen zum Beispiel ein Nasenring gelegt um ihn besser zähmen zu können. Bei Kälbern soll der Saugtrieb einschränkt werden, damit diese, nachdem sie von dem Muttertier getrennt werden, nicht bei anderen Kälbern saugen. Bei Schweinen soll der Nasenring das Wühlen verhindern. Wenn wir aber von diesen in der Landwirtschaft immer noch üblichen Maßnahmen sprechen, geht es nicht darum, die Tiere mit einem modischen Accessoir zu verschönern, sondern wie gesagt um Maßnahmen der Nutztierhaltung.

Unserer Meinung nach sind Piercings bei Tieren allerdings wirklich falsch am Platz und nicht in Ordnung. Ein Mensch entscheidet sich bewusst für ein Piercing und kann danach mit diesem auch umgehen. Ein Tier wird diesen immer wie einen Fremdkörper wahrnehmen. Auch die Schmerzen, die dem Tier während und auch nach dem Stich des Piercings-Kanals wiederfahren, kann dieses nicht verstehen, während es dem Menschen ja bewusst ist, warum es ihm gerade weh tut.

Auf einigen Bildern haben wir sogar Hunde mit einem Nasenring gesehen. Das ist für das Tier ebenfalls sehr störend und kann durchaus seinen Geruchssinn stören. Vor allem aber können sich solche Piercings bei spielenden oder herumtollenden Tieren schnell mal verfangen und sogar einreißen, wordurch sich die Tiere verletzten oder auch nicht mehr fortkommen.

Wir finden daher Piercings für Tiere nicht in Ordnung, da sie nicht für eine artgerechte Haltung stehen und möchten daher alle Freunde und Kunden vom Piercing-Store.com bitten, davon Abstand zu nehmen, seine Haustiere zu piercen. Nicht zuletzt sind wir sicher, dass dem auch rechtliche Konsequenzen folgen können, was dann in letzter Instanz auch den Besitzer und den Piercer treffen kann.

Piercingschmuck für ältere Jahrgänge?

portrait_woman_mature_9682_hWer dieses Jahr am Strand oder im Freibad unterwegs war, der wird gemerkt haben, dass gefühlt immer mehr Menschen ein Piercing tragen und es sind nicht immer nur ganz junge Menschen, die sich für Piercing-Schmuck entscheiden.

Laut einer repräsentativen Erhebung der Universität Leipzig kann man davon ausgehen, dass in Deutschland ca. 9% aller Frauen und ca. 3% aller Männer ein Piercing tragen. Der Löwenanteil entfällt dabei wie erwartet auf die 14-24 Jährigen Mädchen und Frauen, von denen ca. 35% ein Piercing tragen, bei den 25-34 Jährigen Frauen sind es immer noch ca. 22%. Zusammengerechnet sind das ungefähr 57%, was die Schlussfolgerung zulässt, dass über 40% der Frauen die gepierct sind, älter als 34 Jahre sein müssen. Aller Wahrscheinlichkeit wird es hier nochmal eine bedeutende Gruppe der ca. 35-43 Jahre 34 Jahre geben. Diese sind in den 90er Jahren groß geworden, als die Piercings so langsam zum Massenphänomen wurden.

Bei Menschen deutlich über 40 Jahren, sind Piercing gewöhnlich sehr selten und erregen daher besondere Aufmerksamkeit. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass die Piercing-Pioniere, heute deutlich älter als 40 Jahre sein müssen. Die ersten Berührungspunkte, die die westliche Kultur mit Piercing Schmuck hatte, fand ab den 60er Jahren in Indien statt, als viele Hippies den Subkontinent besuchten und dort die traditionellen indischen Piercings kennenlerntet und diese dann mit nach Hause brachten. Wenn wir uns überlegen, dass eine 20 Jährige 1965 mit einem Piercing aus Indien wieder kam, dann ist die Gute heute 71 Jahre alt.

Dass man wenige ältere Menschen mit Piercings sieht, hat aber sicher auch damit zu tun, dass die gesellschaftliche Akzeptanz von sichtbarem Piercing-Schmuck erst langsam gewachsen ist. Wer wie in unserem Beispiel im Jahr 1945 geboren ist, der/die konnte sich normalerweise nicht frei mit einem Piercing in seinem familiären/gesellschaftlichen Umfeld und vor allem Arbeitsumfeld bewegen. Viele dieser Piercing Pioniere der ersten Stunde haben diesem Druck sicher irgendwann nachgegeben. Auch heute würde es sicher vielen noch seltsam vorkommen, eine 70 Jährige oder einen 70 Jährigen mit Nasen-, Augenbrauen- oder Zungenpiercing zu sehen.

Es ist aber durchaus das Phänomen festzustellen, dass Menschen im höheren Alter, die Chance wahrnehmen, sich einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen. Einige Piercing-Studios berichten davon, dass es gar nicht so selten vorkommt, dass sich 50-60 Jährige bei ihnen Piercen lassen oder Piercing Schmuck bestellen.

Dass sich gesellschaftliche Akzeptanz wandeln kann, können wir gerade jetzt wieder feststellen, wo doch Piercing-Schmuck heutzutage kaum noch jemanden schockt oder verwirrt.

Piercing bei ältere Dame
Piercing bei ältere Dame. In Indien ganz normal.

Meinung: Akzeptanz von Piercings in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft

Hier die Meinung unserer Leserin Mareike zu einer aktuellen Diskussion zum Tehma Piercings in der Wirtschaft:

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Ich möchte einmal meine Meinung zu einem Thema loswerden, das Anfang des Monats in den Medien diskutiert wurde und mit der Akzeptanz von Piercings in der Öffentlichkeit und der Wirtschaft zu tun hat.

Was war passiert?

Der Unternehmer Prof. Henning Zos, Chef der Zos Gruppe aus Wenden, die Nano Technik herstellt, hatte 44 Schulen aus der Region zu einer wissenschaftlichen Fachtagung eingeladen, um interessierten jungen Menschen einen Einblick in die Materie zu geben und für einen Beruf in diesem Sektor zu begeistern. Dann fällt in der Einladung aber der folgende Satz: „Wir richten uns nicht an Menschen mit bunten Haaren, Blech im Gesicht und jene, die die Füße nicht heben und die Hose kaum auf den Hüften halten können (…).” Es entbrannte sofort eine harte Diskussion in den Medien und der Wirtschaftsminister von NRW sagte sogar seine Teilnahme ab. Prof. Henning Zos steht aber weiterhin zu seiner Aussage, ein anständiges Auftreten bei Unternehmen sei nun Mal eine Selbstverständlichkeit.

Es wird den einen oder anderen vielleicht wundern, aber ich bin durchaus Meinung, dass wenn ein Unternehmen keine gepiercten, tätowierten oder bunt gefärbten Mitarbeiter einstellen möchte, dann muss man das meiner Meinung nach hinnehmen. Hier wurden die Schüler aber nicht auf ein Vorstellungsgespräch geladen, sondern auf einen Wissenschaftskongress der erst einmal Interesse bei den Schülern wecken sollte. Ein vernünftiges Benehmen kann der Veranstalter einfordern, aber so harsche Vorschriften bezüglich Piercings, usw. finde ich schon übertrieben. Vor allem irritiert mich, dass er von Respekt und Selbstverständlichkeiten spricht, aber dann selbst so eine unprofessionelle Sprache fehlt. Wenn er einem Bewerber aufgrund seines Piercings absagt, dann wird er sicher auch nicht sagen: „Sie hatten Blech im Gesicht“. Warum also von den Schülern eine Anpassung an seine Arbeitsnormen fordern, wenn er selbst den Ton nicht einhält.

Ich finde es grundsätzlich auch nicht in Ordnung, gepiercte Menschen mit „Blech im Gesicht“ zu bezeichnen. Da denkt man doch an jemanden, dessen Gesicht mit mindestens 2kg Piercingschmuck übersäht ist, was in der Realität doch so gut wie nie vorkommt. Ein Monroe-Piercing, ein Zungenpiercing oder ein Nasenpiercing sind doch meistens so dezent, dass sie auch im Berufsleben eigentlich niemanden mehr schocken sollten. Hier macht der Prof. aber auch keinen Unterschied.

Ich denke, dass man heutzutage lockerer mit dem Thema Piercing am Arbeitsplatz umgehen sollte. Und wenn man Schülern seine Firma vorstellen möchte, dann sollte es erstmal um andere Fragen als das Piercing gehen.

Ich weiss, dass gerade ältere Menschen Piercings manchmal immer noch als etwas unmögliches empfinden und ich nehme daher auch Rücksicht und sogar mein Piercing heraus, wenn ich merke, dass es diese älteren Menschen irgendwie belastet, aber den vorliegenden Fall finde ich übertrieben.