Geweiterte Piercings (Teil 1)

Geweiterte Piercings

Bei geweiteten bzw. gedehnten Piercings handelt es sich um Piercingschmuck, der den Stichkanal des Piercings so weit dehnt, bis ein gewünschter Durchmesser erreicht wird. Manchmal wird für diesen Vorgang auch der Begriff Stretching verwendet.

Die bekanntesten und am häufigsten gemachten Piercings dieser Art werden im Ohrenbereich, genauer in den Ohrläppchen gemacht. Grundsätzlich können aber auch viele andere Körperstellen geweitet werden.

Kurze Geschichte der gedehnten Piercings

Gedehnte Piercings sind wohl genauso alt, wie die „normalen“ Piercings selber. Bereits im antiken Ägypten finden sich Abbildungen und Statuen mit gedehnten Piercings. Auch der bekannte Steinzeitmensch „Ötzi“ trug gedehnte Ohrläppchen. Sowie in Europa und Nordafrika, finden sich frühe Beispiele gedehnter Piercings auch in Asien und dem amerikanischen Kontinent. Gedehnt werden hier meistens die Ohren oder die Lippen. Naturvölker haben sich diese Mode zum Teil bis heute bewahrt.

Methoden geweitete Piercings zu stechen

Es können unterschiedliche Methoden angewandt werden, um ein gedehntes Piercing anzulegen. Der einfache Dehnvorgang findet dabei langsam und kontinuierlich statt. Meist werden mehrere Wochen pro Millimeter kalkuliert, damit das Gewebe die Möglichkeit hat, ohne Verletzungen und gleichmäßig sich an den neuen Durchmesser anzupassen. Würde man schneller mit dem Dehnprozess weitermachen, besteht die Gefahr, dass das Gewebe reist oder ausleiert. Es ist beim einfachen Dehnen immer möglich, dass sich der Stichkanal nach dem Entfernen des Piercingschmucks wieder zurückentwickelt.

Mittlerweile ist eine der am häufigsten verwendeten Methoden der Dermal Punch. Hier wird kein bereits vorhandener Stichkanal gedehnt, wie weiter oben beschrieben, sondern es wird ein entsprechend großes Loch direkt ausgestanzt. Dieser Vorgang wird vor allem im Ohrenbereich häufig verwendet, da die Dehnung aufgrund der Ohrknorpel kaum anders möglich ist. Auch die der Verheilungsvorgang beim Dermal Punch Piercing geht deutlich schneller vonstatten.

Piercing Schmuck für geweitete Piercings

Es gibt eine sehr große Auswahl an Piercing Schmuck Varianten für geweitete Piercings. Besonders gerne wird dabei Schmuck eingesetzt, der aus Materialien besteht, die in kleineren Varianten nicht erhältlich sind. Hierzu gehören unter anderem: Horn, Bernstein, Stein, Silikon, Holz oder Glas.

Meistens wird ein Plug oder ein Flesh Tunnel getragen.

Es gibt auch Schmuck, der über eine Spirale verfügt, so dass man den Piercing Kanal selbst weiter dehnen kann.

 

Transdermal Piercings

 

Eine besondere und relativ neue Piercing Variante sind die transdermalen Piercings. Allerdings gehören die transdermalen Piercings für einige Spezialisten eher in die Kategorie der „Body Modification“ als zu den kalssischen Piercings, aber das soll uns hier nichtz weiter stören. 

 

Was sind transdermalen Piercings genau?

Bei transdermalen Piercings wird ein Implantat unter die Hautoberfläche gelegt, in das sich anhand eines Gewinde Stabs diverser Schmuck anbringen lässt (Dermal Anchor). Dieser kann nach Belieben ausgetauscht werden. Das Implantat besteht somit aus einem Stab mit innen Gewinde, der auf einem kleinen Plättchen aufliegt, das die Stabilität des Stabes unterstützt. Das Plättchen ist meist aus Titan oder Stahl. Besonders beliebt sind auch die Microdermals, die im Prinzip genbauso aufgebaut aber viel kleiner sind und somit auch deutlich schneller und leichter verheilen.

Einsetzten von transdermalen Piercings

Wie auch bei vielen gewöhnlichen Piercing, wird die Haut ans der Einstichstelle lokal betäubt. Dann wird allerdings die Haut mit einem sehr feinen Skalpell leicht geöffnet. Mit einem stumpfen Werkzeug werden die einzelnen Hautschichten voneinander getrennt so dass eine Gewebe Tasche entstehen kann. Mit einem Dermal Punch wird dann das Loch für den Stab vorbereitet und das Implantat eingesetzt. Während der Abheilphase wird ein kurzer Aufsatz eingesetzt. Es kann in dieser Zeit zu Schwellungen, Hautverfärbungen und auch Schmerzen kommen. Ist die Wunde abgeheilt, kann dann der Schmuck eingesetzt werden. Hierzu wird meistens die Haut mit einer Nadel noch einmal durchstochen.

Entfernen von transdermalen Piercings

Transdermalen Piercings können natürlich nicht so einfach wie normale Piercings wieder entfernt werden. Allerdings ist es für die Entfernung des transdermalen Piercings auch meistens nicht notwendig, wieder mit dem Skalpell die Haut zu öffnen. In den meisten Fällen kann das Implantat mit einem speziellen Werkzeug aus der Haut gehebelt werden. Ist dies nicht möglich, kommt aber doch das Skalpell zum Einsatz, allerdings wird dann nur ein kleiner und kaum schmerzhafter Schnitt gemacht.

Risiken von transdermalen Piercings

Im Prinzip haben wir es bei transdermalen Piercings mit denselben Risiken wie bei normalen Piercings zu tun, allerdings können abhängig von der ausgewählten Köperstelle, die Probleme bei Infektionen schwerwiegender sein. Bei Sport ist es grundsätzlich angeraten, die Piercingschmuck zu entfernen. Es sind allerdings auch Fälle bekannt, bei denen sich die Implantate aufgrund von Gewebe-Erosionen in die Schädeldecke gerarbeitet haben.

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Nasen-Piercings

 

Die Nase ist eine beliebte Körperstelle, an der Piercings getragen werden können. Das besondere an Nasenpiercings ist, dass sie jederzeit für jeden sichtbar sind, während andere Körperstellen, wie zum Beispiel der Bauchnabel, leichter zu bedecken sind.

Auch wenn die Nase nur eine vergleichsweise geringe Oberfläche und Volumen des menschlichen Körpers ausmacht, können hier mehrere, unterschiedliche Piercing-Schmuck Varianten getragen werden.

Das Nostril-Nasenpiercing

Das beliebteste und bekannteste Nasenpiercing ist das Nostril Piercing, das in den linken oder rechten Nasenflügel gestochen wird. Der verwendete Piercing Schmuck ist meist ein s.g. Nasenring oder ein Aufsteckschmuck. Größe und Material können sich dabei deutlich unterscheiden. Das Nostril-Piercing kommt ursprünglich aus Indien, wo es schon seit mehreren Tausend Jahren nachgewiesen werden konnte. Hippies brachten in den 60er und 70er Jahren diesen Piercing-Schmuck nach Europa und den USA mit. In den 90er Jahren halfen bekannte Musiker oder Sportler wie z.B. Slash, Lenny Kravitz oder Dennis Rodman die Popularität des Nostrilpiercings noch zu steigern.piercing

Das Septum Piercing

Das Septum Nasenpiercing schickt sich mittlerweile an, das Nostril-Piercing als beliebtestes Nasenpiercing abzulösen. In der Piercing Szene scheint das schon der Fall zu sein. Das Septum-Piercing wird in das Bindegewebe unter dem inneren Nasenknorpel gestochen und darum auch scherzhaft „Bullenring“ genannt. Meist wird als Piercing Schmuck ein Ball Closure Ring verwendet. Beim Septum Piercing handelt es sich um eins der ältesten Piercings, das weltweit in vielen unterschiedlichen Kulturen nachgewiesen werden konnte. In der westlichen Kultur hat sich seine Popularität erst später entwickelt, auch hier waren es erste Trägerinnen aus dem Showbusiness, wie z.B. Lady Gaga oder Scarlett Johansson die das Septum Piercing erstmals eine größere Aufmerksamkeit verschafft haben.finland_punk_girl_972648_l

Das Nasallang Piercing

Beim Nasalang handelt es sich um eine seltene Piercing Variante für die Nase. Es verläuft durch beide Nasenflügel und die Nasenscheidewand und kann somit als doppeltes Nostril Piercing mit einmaligem (sehr hoch gestochenem) Septum Piercing, die mit einem Barbell verbunden werden.

Das Bridge-Piercing

Das Bridge-Piercing wird am oberen Ende der Nase gestochen und sitzt in der Hautfalte nach der Augenbrauen. Das Bridge-Piercing gehört zu den „gefährlicheren“ Piercings, da hier sehr viele nerven zusammenlaufen, die beim Durchstechen des Piercingkanals in Mitleidenschaft gezogen werden können. Auch muss bei der Platzierung des Bridge-Piercing sehr genau gearbeitet werden, damit es im Nachhinein nicht schief sitzt.

Foto: Flickr
Foto: Flickr

 

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Das Dahlia Piercing

In letzter Zeit hört man immer wieder vom Dahlia Piercing. Ein neuer Piercing Trend? Tatsächlich gibt es das Dahlia Piercing schon etwas länger, aber offensichtlich kommt es nun so richtig in Mode. Wir wollen Euch hier kurz einmal die wesentlichen Infos aufbereiten, die es über das Dahlia Piercings zu wissen gilt.

Doppeltes Lippenpiercing

Das Dahlia Piercing wird sehr nah am Mundwinkel gestochen, allerdings normalerweise nicht nur in einem, sondern an beiden Mundwinkeln. Da in diesem Gesichts Bereich besonders viele Nervenstränge liegen, sollte man besonders darauf achten, einen erfahrenen und professionellen Piercer aufzusuchen. Nicht jedes Piercing-Studio ist für Dahlia Piercings geeignet. Wichtig ist es auch, dass beide Piercings symmetrisch gestochen werden, das macht den ganzen Reiz des Dahlia Piercings aus. Wenn die Piercings unsymmetrisch sind, dann sieht das nicht besonders toll aus.

Mordfall als Namensgeber: Dahlia Piercing

Wer denkt, dass das Dahlia Piercing von den Dahlien Blumen kommt, hat sich getäuscht, die Namensgebung hat einen ziemlich makabren Hintergrund: Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts, kam es zu einem sehr bekannten Mordfall. Die 22 Jährige Elizabeth Short, wurde in der Nähe von Los Angeles ermordet aufgefunden. Ihre Mundwinkel waren fast bis zi den Ohren aufgeschlitzt worden. Der Mordfall wurde als „The Black Dahlia Murder“ bekannt, und kam auch das Dahlia Piercing, in den Mundwinkeln gestochen, zu seinem Namen.

 

Dahlia Piercing in Kombination mit anderen Piercings

Da die beiden Dahlia Piercings symmetrisch in den Mundwinkeln liegen und diese somit in gleicher Entfernung der Nase, wird das Dahlia Piercings sehr häufig in Verbindung mit einem Septum getragen, das perfekt zu dem Piercing Schmuck in den Mundwinkeln passt.

Sehr gerne werden auch Dahlia Piercings mit Unterlippen-Piercings kombiniert, dann etwas versetzt und näher beieinander unter die Unterlippe gestochen werden. Man hat somit quasi 4 Piercings im direkten Mundbereich.