Schlagwort-Archive: Piercing

Piercings – Kultur und Mode

Piercings sind aus dem öffentlichen Leben heutzutage kaum mehr wegzudenken. Als Schmuck haben sich Piercings bei uns längst etabliert. Auch, wenn die gesellschaftliche Akzeptanz die Piercings als individuelle Ausformung des Selbst noch nicht zu hundert Prozent Einzug gehalten hat, ist diese Schmuckform auf dem Vormarsch. Piercings jedoch als simple modische Erfindung unserer Zeit zu sehen, ist zu kurz gedacht. Diesem heute teilweise als modischem Accessoire abgestempelten Schmuckstück liegt zum Teil eine lange Geschichte zugrunde. Der Bedeutung des Piercings, seinen Ausformungen, der historischen und kulturellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft soll sich im folgenden gewidmet werden.

 

Piercings – Herkunft und Geschichte

 Das Wort Piercing leitet sich aus dem englischen Wort für durchstechen, also to pierce, ab. Generell geht es beim Piercing erst einmal darum, dass man bestimmte Stellen am Körper durchsticht und mit Schmuck in verschiedenen Ausformungen versieht. Ringe und Stäbe sind beim Piercing die gängigen Verschönerungen. Im Grunde lässt sich Piercing auch mit einer Körpermodifikation beschreiben. Der Begriff Piercing für diese Art der Körpermodifikation etablierte sich erst so richtig ab den 1990er Jahren. Ohne den Begriff Piercing kennt man diese Formen des Körperschmucks jedoch schon sehr lange in der Menschheitsgeschichte, hunderte, wenn nicht gar tausende Jahre lang. 

 

Piercings in der Vergangenheit

 

https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/
https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/

Das Durchstehen der Lippen und Ohren lässt sich wohl als die älteste überlieferte Form des Piercings bezeichnen. Frühe Belege dieser Form des Körperschmucks lassen sich mittels Zeichnungen und Schmucks auf über 7000 Jahre zurückdatieren. Die Bedeutung dieser Piercings hat ganz verschiedene Hintergründe. Schon damals kann man den Piercings rein schmückende Aspekte zuschreiben. Weiterhin dienten sie bei spirituellen Ritualen aber auch bei der symbolischen Zurschaustellung eines bestimmten Reife- oder Entwicklungsgrades. Der Gesichtspunkt der Abgrenzung zu anderen Stämmen der Piercings ist ja auch heute nicht ganz von der Hand zu weisen. Eine gewisse Individualität und Abgrenzung zu anderen Menschen möchte der eine oder andere mit seinem Piercing ja auch zum Ausdruck bringen. Verbreitet waren oder sind die traditionellen Piercings bei Ureinwohnern Amerikas, Asiens und Afrikas. Neben Piercings der Lippen, Ohren und Nasen, sind auch bei diesen traditionellen Piercings auch schon die Genitalien betroffen. Der Schmuck, den diese Völker für ihre Piercings verwendeten, bestand aus ganz verschiedenen Materialien. Quarz, Holz, Perlmutt, einfache Metalle, Ton, Knochen oder Horn wurden für diese frühen Piercings genutzt. Unter heutigen medizinischen und sterilen Aspekten sind viele dieser Materialien kaum mehr denkbar. Mit die bekanntesten traditionellen Piercings dürften wohl die Tellerlippen und geweiteten Ohrlöcher der Mursi in Äthiopien sein. Aber auch das ritualisierte Durchstechen verschiedener Körperregionen bei Festen der Hindus in Indien ist vielen Menschen ein Begriff, beziehungsweise gibt ein Bild des traditionellen Piercings.

 

Das moderne Piercing

 

Wenn man über Piercings in unserer modernen, westlichen Welt spricht, darf man dies nicht einfach nur so als neuzeitliche Modeerscheinung abtun. Nimmt man zum Beispiel das Ohrloch bei Frauen, sprechen wir hier über eine bereits sehr lange bestehende Akzeptanz und Nutzung des Piercings als Schmuck. Bis Anfang der 1970er Jahre war dieses Piercing in unseren Breitengraden eigentlich ausschließlich bei Frauen akzeptiert. Lediglich den Zimmerleuten, die sich traditionell auf der Walz ein Ohr mit einem Nagel durchstießen, gewährte man die gesellschaftliche Akzeptanz eines Ohrlochs. In der Schwulenszene fand das Piercing im Ohr dann in den 1970er Jahren eine erste männliche Verbreitung. Aber erst mit den 1980er Jahren begann der Siegeszug des Piercings von Kalifornien aus quer durch die Geschlechter und Körperregionen, wobei man bis Anfang der 90er Jahre noch eher von einem Nischenprodukt sprechen kann. Mit der starken gesellschaftlichen Verbreitung des Punk und später des Techno, deren Subkulturen dem Piercing sehr zugetan waren, fand dann auch das Piercing eine entsprechende Aufmerksamkeit und wurde mit dem Tattoo zu einem sich stark verbreitenden Körperschmuck. In einer Studie aus dem Jahr 2008 gaben etwa neun Prozent der Befragten an ein Piercing zu haben. Das traditionelle Ohrloch wurde dabei nicht berücksichtigt. Ausgehend von den traditionellen Piercings, entwickelt sich diese Form des Körperschmucks stetig weiter. Aber auch hier sind Trends und Moden für bestimmte Formen des Piercings wichtig und prägend. Und wenn man glaubt, dass es im Bereich des Piercings schon alles gibt, kann man sich sicher sein, dass dem nicht so ist und eine neue Form bereits darauf wartet gestochen zu werden.

 

Das Stechen eines Piercings

 

https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/
https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/

Und wenn wir schon von stechen reden, dann soll dieser elementare Bereich des Piercings auch noch etwas genauer betrachtet werden. Denn für viele Menschen, die sich ein Piercing stechen lassen, ist ja nicht nur der schmückende Aspekt, der eine Rolle spielt, sondern auch das Stechen an sich. Ohne Stechen gibt es natürlich kein Piercing, doch was für den einen ein notwendiges Übel ist, ist für den anderen ein freudig, schmerzhaftes Ereignis.

Allen unterschiedlichen Methoden des Stechens eines Piercings ist gleich, dass vorher die zu durchstechende Stelle desinfiziert wird. Damit wird Infektionen vorgebeugt. Weiterhin ist es dann üblich, dass man Ein- und Austrittsstelle des Stichkanals mit einem Stift markiert und dann mit einer Piercing-Zange fixiert. Das Stechen des Piercings mit einem peripheren Venenkatheter ist in Europa weit verbreitet. Die Nadel ist bei diesem Verfahren mit einem Plastik- oder Teflonüberzug geschützt, der dann im Stichkanal verbleibt, während die Nadel nach dem Stechen des Piercings entfernt wird. Der Schmuck wird dann mittels des beschriebenen Überzugs durch den Kanal gezogen.

Bei dem häufig in den USA verwendetem System, wird das Piercing durch eine aus Chirurgenstahl bestehende Nadel mit einem Hohlraum gestochen. Der Schmuck wird dabei direkt in die Nadel eingesetzt und beim Durchschieben in das Bindegewebe eingesetzt.

Die traditionelle Ohrlochpistole, die man von Juwelieren vom Stechen des Ohrlochs kennt, wird bei Piercings weitestgehend abgelehnt. Die Gefahr, dass Gewebe an bestimmten Stellen einreißt oder splittert ist Vielen zu groß. Hinzu kommt, dass die Pistole nicht vollständig desinfizierbar ist.

Eine letzte Methode, die hier erwähnt werden soll, ein Piercing zu setzen, gerade ein größeres, ist der Dermal Punch. Man stanzt bei dieser Methode Gewebeteile bis zu einem Durchmesser von acht Millimetern mittels einer Hohlnadel heraus. Gerade bei Piercings, die in einem Knorpelgewebe gestochen werden sollen, wird diese Methode angewendet. Die Abheilprozesse können bei dieser Methode des Piercings deutlich verkürzt werden.

 

Stellen für ein Piercing

 

Gehen wir der Frage nach, wo am Körper man ein Piercing stechen lassen kann, werden wir hier zu keiner vollends abschließenden Antwort kommen. Einige Stellen am Körper, an denen man sich ein Piercing stechen lassen kann, wurden ja bereits angerissen. Doch selbst, wenn man das Ohr als Stelle für ein Piercing nennt, gibt es dort ganz unterschiedliche Möglichkeiten. So haben wir am Ohr das klassische Piercing, das Lobe, die Helix, ein Piercing durch die Oberkante des Ohres, den Tragus, ein Piercing durch den Knorpelfortsatz am Eingang des Gehörkanals, die Conch, ein Piercing durch die Ohrmuschel und noch einige andere Piercings mehr. Bleibt man im Gesicht, kommen einem als nächste Varianten für ein Piercing die Augenbrauen und die Nase in den Sinn. Auch an diesen beiden Stellen gibt es verschiedene Varianten für ein Piercing. Die Lippen wären dann der nächste Punkt für ein Piercing. Lippenbändchen und Zunge sind dann als nächstes für innen liegende Piercings zu nennen. Geht man dann am Körper weiter abwärts, kommt man zu den Brustwarzen. Hier erfreuen sich Piercings bei beiden Geschlechtern großer Beliebtheit. Dies gilt ebenso für die Intimpiercings, als nächste Stelle auf unserem Weg am Körper abwärts.

Auch, wenn diese Aufzählung keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat, so kann damit eine Liste der wohl gängigsten Stellen für ein Piercing abgeschlossen werden.

 

Probleme und Gefahren bei Piercings

 

Da es sich bei Piercings mittlerweile um ein weit verbreitetes Schmuckstück handelt, ist man in puncto Sicherheit und Vermeidung von gesundheitlichen Risiken ein großes Stück weitergekommen. Denn, wenn wir heute über Piercings sprechen, reden wir in der Regel über professionell durchgeführte Vorgänge. Pflegt man dazu noch sein Piercing, stellt dieser Eingriff eigentlich keine Gefahr dar. Doch letztlich handelt es sich bei einem Piercing erstmal um eine Verletzung, die dem Körper zugeführt wird, beziehungsweise ist ein Piercing ein Eingriff in die körperliche Integrität. So sollte beim Stechen eines Piercings, wie bei jedem Eingriff, bei dem Blut im Spiel ist, aufgepasst werden, was man vorher so konsumiert hat. Koffein, Alkohol, Drogen oder blutverdünnende Mittel können Einfluss auf die Blutgerinnung oder der Kreislauf haben. Blutungen und Schwellungen bei einem Piercing sind fast schon obligatorisch, klingen aber in der Regel, bei gut gestochenen Piercings, schnell wieder ab. Wenn Knorpelgewebe bei einem Piercing betroffen ist, dauert der Abheilprozess mitunter etwas länger. Sollte sich trotz aller Maßnahmen am gestochenen Piercing etwas entzünden, so sollte man einen Arzt aufsuchen. Auch, wenn man den Piercer seines Vertrauens hat, ist dieser kein Mediziner. Sorgen, dass einen der Arzt schief anschaut, weil man ein Piercing hat, auch an intimen Stellen, sollten dabei keine Rolle spielen. Es handelt sich ja heutzutage bei einem Piercing auch nicht mehr um etwas ganz besonderes oder peinliches. Im Zweifelsfall hat der Arzt schon ganz andere Sachen gesehen. Um jedoch gar nicht in diese Situation zu kommen, ist es daher wichtig, dass man sich für sein Piercing einen guten Piercer aussucht, hilfreich sind immer gute Erfahrungen von Freunden und Bekannten, und nach dem Stechen das Piercing ordentlich pflegt. Beachtet man dies, steht einem schönen Schmuckstück nichts im Wege.

Therapie durch Tätowierung und Piercing?

Wir sind auf einen interessanten Artikel in der Pharmazeutischen Zeitung Online (http://www.pharmazeutische-zeitung.de) gestoßen, mit dem Titel „Piercings und Tattoos gut für die Seele?“. Es geht um den Antrieb den besonders Jugendliche haben um sich ein Piercing stechen zu lassen und auch um eine mögliche therapeutische Wirkung.

Selbstbewusstsein und Akzeptanz durch Piercings

Foto: Pixabay

Der Artikel referenziert einen Beitrag von Psychologen der Medical School Hamburg in der Fachzeitschrift «Psychotherapie im Dialog, in dem es darum geht, dass sich Piercings und Tattoos positiv auf die Psyche on Jugendlichen haben könnte.

Piercings und Tätowierungen drücken zum Teil die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder wenigstens einem Trend aus, gleichsam aber werden sie auch als Zeichen von Individualität angesehen. Gerade die „Aura des Rebellischen“, die für viele mit öffentlich getragenem Körperschmuck immer noch in Zusammenhang gebracht wird, könnten den Reifeprozess Jugendlicher unterstützen und ihnen mehr Selbstbewusstsein durch eine höhere Akzeptanz innerhalb ihres sozialen Umfelds verleihen.

Piercing und Tätowierung als Therapie bei Selbstverletzung?

Auch bei jungen Menschen, die zur Selbstverletzung neigen könnten Körpermodifikationen eine Art Ventilfunktion übernehmen. Laut der referenzierten Studie gaben ca. ein Viertel der Befragten an, sich nach einem Piercing weniger zu ritzen oder zu schneide. Ein weiteres Viertel soll die Selbstverletzung laut eigener Aussage vollkommend aufgegeben haben, nachdem ein Piercing gestochen wurde.

Risiken nicht unterschätzten!

Eine Therapie mit Piercings und Tätowierungen durchzuführen scheint aber doch etwas weit hergeholt und wird daher auch in der Studie nicht empfohlen. Piercings- und Tätowierungen bergen bekanntermaßen Infektions- und Verletzungsrisiken, auch eine soziale Exklusion der Träger kann immer noch nicht vollständig ausgeschlossen werden. Und nicht zuletzt kann es gerade bei Tätowierungen nicht unwahrscheinlich sein, dass ein Jugendlicher seinen Geschmack noch deutlich ändert und ihm das Piercing im fortgeschritten Alter nicht mehr gefällt.

Vorteile durch Piercings

Piercings, soweit es sich nicht um geweitete Piercings handelt, haben hier einen großen Vorteil vor Tätowierungen. Nur eine sehr kleine Körperstelle wird modifiziert und in vielen Fällen, so z.B. beim Zungenpiercing, Bauchnabelpiercing, Lippenbändchen usw. kann der Piercing Kanal wieder vollständig zuwachsen und nur eine minimal kleine Narbe bleibt erhalten, die oftmals kaum zu sehen ist.

Erfahrungsbericht: Mit auffälligen Piercings in der Öffentlichkeit

Ich habe ein recht auffälliges Nasenpiercing, sowie ein Monroe Piercing (wie ein Muttermal). In beiden Ohren sind jeweils 5 Helix Piercings und wer mich genauer anschaut, der sieht auch mein Zungenpiercing und im Sommer mein Bauchnabelpiercing.

Angefangen habe ich mit dem Bauchnabelpiercing, das fand ich so klasse, dass die anderen eigentlich sehr schnell nachgekommen sind. Meine Piercings sind wie gesagt sehr auffällig und verstecken kann (und will ich sie auch nicht). In meiner Familie waren und sind die Meinungen zu meinen Piercings gespalten, aber auch diejenigen, die sie nicht gut finden, wissen dass ich mich charakterlich nicht verändert habe und so haben die Piercings keinen Einfluss auf meine Beziehung zu meinen Familienmitgliedern. Genauso ist es auch in meinem Freundeskreis, wobei ich die einzige bin, die gepierced ist. Die einen finden es gut, die anderen eher nicht aber es stört sie auch nicht.

Was mich aber stört und das werden vielleicht viele nachempfinden können, die auffällig gepierced sind, wie man Draußen angeschaut, ja richtig angeglotzt wird. Und es sind nicht nur die alten Leute, von denen man es erwarten würde und vielleicht irgendwo auch ein bisschen verstehen könnte. Sitze ich in der Bahn oder im Zug älteren Menschen gegenüber, schauen sie mir meist einmal aufs Piercing und dann schnell weg, weil sie es als unhöflich empfinden, jemanden anzustarren. Da habe ich mit jungen Leuten schon ganz andere Erfahrungen gemacht, das geht vom Anstarren über blöde Kommentare.

 

Ich habe mich immer gefragt, wie man mit solchen Reaktionen umgehen soll. Sein Piercing zu verstecken geht bei mir ja gar nicht und ich würde es auch nicht wollen, wenn ich es könnte. Meine Strategie ist der feste Blick und Lächeln, wenn mich jemand anstarrt, dann schaue ich ihm auch fest in die Augen und lächle dabei. Viele schauen erstmal beschämt zur Seite, aber manchmal spreche ich sie auch direkt an: „Sie schauen so auf meine Piercings, haben Sie vielleicht eine Frage?“ Viele stellen mir dann sogar wirklich Fragen, ob es wehgetan hat als die Piercings gestochen wurden, ob das Tragen nicht stört usw.

Meine Tipp für jeden der auffälligen Piercings-Schmuck trägt: Duckt Euch nicht weg, aber bleibt freundlich. Mit einem Lächeln öffnet man die Menschen.

 

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Piercing Schmuck

finland_punk_girl_972648_l

Piercing: Entwicklung bis zum Massenphänomen

Piercings werden bei einigen Völkern schon seit Jahrtausenden durchgeführt. Besonders amerikanische Ureinwohner sowie Völker Asiens und Afrikas haben eine lange Piercing Tradition. Die Piercings sind hier vor allem aus optischen oder spirituellen Gründen eingesetzt.

Umstritten bzw. nicht nachweisbar sind die Behauptungen, es hätte auch im Europa des Mittelalters Brustwarzenpiercings in höfischen Kreisen gegeben.

Anfang der 70 Jahre lernten Hippies in Indien Ohr- und Nasenpiercings in Indien kenne und brachten diese in die westliche Kultur mit.

Foto> Flickr
Foto> Flickr

Natürlich war es nur eine ganz kleine Minderheit, die sich damals piercen ließ. Die Piercings wurden dann von einem kleinen Kreis innerhalb des Homosexuellen- und Fetish Szene aufgenommen.  Nun entstanden auch die ersten Piercing-Studios, die meist innerhalb von Tatoo-Studies funktionierten. Grundsätzlich waren bis Anfang der 90 Jahre Piercings meist auf kleine (Underground-) Gruppen beschränkt, hier ist auch noch die Punkszene zu erwähnen, die sich ebenfalls anfing zu piercen.

Piercing wird zum Massenphänomen

Anfang der 90er Jahre nahmen die Piercings auf einmal eine rasante Entwicklung und wurden nun nicht mehr nur von gewissen Gruppen und Szenen sondern von breiten Massen angenommen. Eine besondere Rolle wird hier der Schauspielerin Alicia Silverstone zugeschrieben, die sich in dem bekannten Musikvideo Crying von Aerosmith ein Bauchnabelpiercing stechen lässt. Das Video gewann sogar die MTV Video Music Awards und Alicia Silverstones Piercing wurde auch in den Medien besonders diskutiert. Seit dem Video entwickelte sich die Nachfrage nach Piercing Schmuck deutlich. Schließlich zogen weitere bekannte Stars wie z.B. Tommy Lee oder Denis Rodman mit eigenem Piercing Schmuck nach, was ebenfalls zu einer erhöhten Akzeptanz und Nachfrage führte.

Piercing Schmuck heute

Laut einer repräsentativen Umfrage der Universität Leipzig aus dem Jahr 2009 tragen mittlerweile 9% aller Frauen und 3% aller Männer ein Piercing. Bei den 14 bis 24 Jährigen Frauen sind es sogar 35% und bei den 25-34 Jährigen Frauen sind es 22,5%. Bei den Männern ist die Alterskategorie 25-34 Jahre mit ca. 9,3% am häufigsten gepierct.honolulu_semansco_thailand_860564_h

Laut einer englischen Untersuchung sind die am häufigsten gepiercten Körperstellen: Bauchnabelpiercing 33%, Nasenpiercing 19%, Ohrenpiercing 13% (keine Ohrringe an den Ohrläppchen), Zungenpiercing 9%, Brustwarzenpiercing 9%, Augenbrauenpiercing 8%, Lippenpiercing, Genitalien (2 Prozent) und andere Körperstellen 3%. Bei Frauen ist das Bauchnabelpiercing am häufigsten anzutreffen, bei Männer sind es die Brustwarzenpiercings.

Was tun, wenn sich Dein Kind ein Piercing wünscht?

Die Nachfrage nach Piercings ist ungebrochen groß und diejenigen, die sich Piercing Schmuck wünschen, werden immer jünger. Wie sollten Eltern damit umgehen?

Natürlich ist unser Blog von Menschen aufgelegt, die bekennende Piercing Fans sind. Auch vertreiben wir über unseren Online-Shop ja Piercing Schmuck in jeder erdenkbaren Ausführung und sicher werden sich die meisten denken, dass wir bei diesem Thema eine von Eigeninteresse bestimmte Einstellung haben. Vielleicht ist das auch so, es ist immer schwer sich selbst zu bewerten, aber da wir öfters von besorgten Eltern angesprochen werden, wollen wir hier auch einige Punkte klar stellen bzw. beleuchten.

Ab wie viel Jahren ist Piercing Schmuck legal?

Die Frage, ab welchem Alter sich eine Person legal piercen lassen darf ist juristisch äußerst interessant. Formaljuristisch gelten Tätowierungen und Piercings nämlich als „mutwillige Körperverletzung“ die aber nicht geahndet wird, weil die betreffende Person diese einwilligt bzw. zustimmt.

Es gibt laut Jugenschutzrecht keine Altersbeschränkung für das Piercen sondern die geistige Reife des Zu-Piercenden ist entscheidend, also ob er die Folgen die ihm hieraus entstehen richtig abschätzen kann. Diese kann ein Piercer aber natürlich nicht selbst einschätzten. Deshalb lassen sich Piercing-Studios bei Minderjährigen oftmals die Unterschriften der Eltern vorlegen, aber das hat rechtlich eigentlich kaum eine Bedeutung.

Die Piercing Berufsverbände, so zum Beispiel die Europäische Vereinigung für professionelle Piercings (EAPP) lehnt Piercings bei unter 14 jährigen grundsätzlich ab und fordert die Zustimmung beider Elternteile sowie deren Anwesenheit beim Piercing Vorgespräch, bei denen es um Reinigung und Risiken geht.

Wie sollten Eltern reagieren, wenn die minderjährigen Kinder ein Piercing wollen?

Wenn sich die Kinder ein Piercing wünschen, kommen bei Eltern normalerweise die folgenden Bedenken auf:

  1. Gibt es gesundheitliche Risiken?
  2. Bleiben Narben, Löcher, etc. zurück, wenn meine Kinder später kein Piercing haben wollen?
  3. Wie reagiert das gesellschaftliche Umfeld?

Eltern sollten sich erstmal die Frage stellen, wie Reif die eigenen Kindern sind und ob sie eine solche Entscheidung vielleicht schon selbst für sich treffen sollten.

Ebenso sollte man sich verinnerlichen, dass auch ein Ohrloch ein Piercing ist. Wer sich das mal überlegt, der findet ein Bauchnabel-

Foto: Pixabay
Foto: Pixabay

oder ein Nasenpiercing vielleicht auch nicht mehr so schlimm.

Natürlich kann es zu gesundheitlichen Risiken kommen, aber diese sind, wenn das Piercing in einem professionellen und hygienischen Piercing-Studio gemacht wird, wirklich minimal. Sie sollten sich selbst erst einmal zu Risiken informieren und diese Informationen auch sachlich mit ihrem Kind besprechen.

Wenn sich Eltern nicht sicher sind, ob die Kinder das Piercing dauerhaft behalten werden, könnten sie mit ihren Kindern vereinbaren, dass erst einmal für 2-3 Monate ein Fake Piercing eingesetzt wird. Dann kann das Kind feststellen, dass das Piercing nicht bald „langweilig“ wird.

Piercings werden heute in der Gesellschaft meistens akzeptiert. Wenn Eltern der Meinung sind, dass ein auffälliges Piercing zu Problemen, zum Beispiel bei der Berufswahl, führen könnten, sollte man bedenken, dass Piercings auch leicht wieder zu entfernen oder herauszunehmen sind, was bei einem Tattoo nicht so einfach möglich wäre.

Das Zungenpiercing

ZungenpiercingDas erste in Europa dokumentierte Zungenpiercing wurde 1978 von einem deutschen Piercer gestochen. Seit den 90er Jahren wurden Zungenpiercings erst durch die Techno-Szene bekannt und fanden dann Eingang in den Main-Stream. Heute sind Zungenpiercings sehr beliebt und gehören keiner bestimmten Szene mehr an.

Wie wird ein Zungenpiercing gestochen?

Üblicherweise sitz man für das Stechen eines Zungenpiercings vor dem Piercer anstatt zu liegen. Der Hintergrund ist denkbar einfach: Es ist für den Piercer einfacher so zu arbeiten und Kreislaufprobleme des Kunden werden vorgebeugt.

Die Ein- und Austrittsstelle werden markiert, die Zunge wird mit einer Klemmzange fixiert und dann wird der Kanal gestochen.

Wo wird ein Zungenpiercing gestochen?

Der Piercer muss darauf achten, auf keinen Fall das Zungenbändchen zu durchstechen, auch sollte die Position des Piercings nicht so liegen, dass die Zähne beschädigt werden. Wird ein Piercing in der Mitte der Zunge gestochen, dann liegt es zwischen den Zungenmuskeln, außerhalb der Mitte, wird ein Zungenmuskel durchstochen.

Die ersten Tage mit dem Zungenpiercing

Nachdem man ein Zungenpiercing gestochen bekommen hat, kann die Zunge stark anschwellen. Reden, Essen, Trinken und Lachen sind dann nur eingeschränkt möglich. Aufgrund der Schwellung sollte man unbedingt einen längeren Stift einsetzten, den man nach dem Abklingen der Schwellung gegen einen kürzeren auswechseln kann.

Auf Alkohol und Nikotin, aber auch auf Oralsex sollte während der Heilungsphase unbedingt verzichtet werden. Auch von säurehaltigen Säften, Früchten oder Milchprodukten sollte man Abstand nehmen.

Eiswürfel aus Salbei und Kamillen-Tee sind ein beliebtes und effektives Mittel, um die Schwellung nach einem Zungenpiercing abklingen zu lassen.

Wenn die Schwellung nicht abklingt oder das Atmen schwer fällt, dann sollte man unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen.

Zungenpiercing und Zähne

Abhängig von der Lage, kann ein Zungenpiercing die Zähne angreifen. Meistes „spielt“ oder „knabbert“ der Träger daran und dementsprechend kann es zu leichten Absplitterungen der Zähne kommen. Auch der Zahnschmelz kann in Mitleidenschaft gezogen werden, daher sollte man sich über die Position und Stablänge im Voraus Gedanken machen. Wählt man eine Kugel aus Kunststoff anstatt Metall aus, ist deren Material natürlich weicher als der Zahn, wodurch dieser geschont wird.

Zungenpiercing Risiken

Neben den für die Zähne beschrieben Probleme, gibt es seltene aber mögliche Risiken vor allem beim Stechen des Zungenpiercings und während des Heilungsprozesses. Außer den Infektionen kann es auch zu unkontrollierten Schwellungen der Zunge kommen. In seltenen Fällen wird von einer Reduzierung oder Verlust des Geschmackssinns berichtet.

Die allermeisten Zungenpiercings werden aber natürlich ohne jede Komplikation gestochen. Es ist wichtig, dass man sich einen professionellen und erfahrenden Piercer aussucht und sich vor allem während der Heilungsphase an die oben beschriebenen Regeln hält, dann ist das Stechen einen Zungenpiercings in aller Regel unproblematisch.

 Zungenpiercing im Piercing Store

In unserem Piercing Online Shop könnt Ihr viele unterschiedliche Variationen und Größen für Zungenpiercings finden und bestellen. Beim Material haben wir ausschließlich Produkte im Sortiment, die absolut hochwertig und somit körperverträglich sind. Bei Fragen zu unseren Zungenpiercing Modellen, könnt Ihr uns auch gerne jederzeit per E-Mail anschreiben.

Intimpiercing Serie: Das Christina Piercing

christina piercing

Über Intim-Piercings wird meist nicht viel gesprochen, denn es handelt sich um etwas sehr privates, persönliches, und nur der Träger oder die Trägerin entscheidet normalerweise darüber wer es zu Gesicht bekommt. Wenn auch wenig darüber gesprochen wird, so geht der Trend verstärkt auch zum Intimpiercing und das ist Grund genug für uns, hier einmal ein paar Informationen zu diesem Thema zu veröffentlichen.

 

Wo wird das Christina Intimpiercing gesetzt?

Das Christina Piercing wird auf dem Venus-Hügel der Frau, also in die zusammenlaufende obere Falte der großen Schamlippe gestochen und ist ein sogenanntes Oberflächenpiercing. Es hat somit im Gegensatz zu anderen Intimpiercings normalerweise keine sexuell stimulierende Wirkung sondern wird aus rein optischen Gründen gesetzt.

 

Worauf man beim Stechen eines Christina Intimpiercings besonders achten sollte.

Neben den allgemeinen Regeln zur Hygiene im Piercing Studio, dass man bei jeder Form von Piercing Schmuck unbedingt beachten sollte, ist es ratsam den Piercer zu fragen, wie viel Erfahrung er schon mit Intimpiercings gemacht hat, denn hier können leichter handwerkliche Fehler vorkommen, also wie bei anderen Piercing Arten.

Wird das Christina Intimpiercing falsch gestochen, das heißt meist zu kurz oder zu flach oder wird ein falsches Material verwendet, dann besteht das Risiko, dass das Piercing wandert oder herauswächst. Der Piercer muss sich grundsätzlich an der Anatomie der Trägerin orientieren, aber ein professionell gestochenes Christina Intimpiercing sollte mindestens 22 mm Länge aufweisen. Auch etwas mehr ist möglich.

 

Aus welchem Material sollte ein Christina Intimpiercing sein?

Grundsätzlich sollten für die Intimpiercing Kanäle flexible und hochwertige Materialien ausgewählt werden. Diese garantieren eine 100% Körpervertäglichkeit.

Heilung des Christina Intimpiercings

Das Christina Intimpiercing heilt deutlich langsamer, als normale Piercings, unter Umständen zwischen 6-12 Monaten, da das Intimpiercing aufgrund seiner Lage ständig in Bewegung ist. Es ist empfohlen während der Heilungsphase das Piercing nicht herauszunehmen, auch nicht für die Intimrasur.

 

Christina Intimpiercings im Piercing Store

Insgesamt haben wir zurzeit 27 unterschiedliche Christina Intimpiercings in unserem Piercing Online Shop. Bei uns findet Ihr Modelle, die mit schlichter Schönheit überzeugen, wie auch witzige Motive, die im richtigen Moment eine heitere Wirkung erzeugen. Was Ihr bei unseren Christina Intimpiercings aber nie finden werdet, sind Modelle aus qualitativ minderwertigen Materialien. Unser Christina Intimpiercing Sortiment ist immer aus hochwertigem Bioplast für den Stichkanal und Chirurgenstahl für den Schmuck.

Die Hygiene ist Regel Nr. 1

Die Entscheidung ein Piercing zu tragen bringt auch die Entscheidung nach dem passenden Piercing-Studio zu suchen mit sich. Für diejenigen die zum ersten Mal in dieser Situation sind ist es schwierig, weil sie sich meist auf die Erfahrungen anderer verlassen müssen. In dieser Branche wird viel von Mundpropaganda gelebt. Was tun, wenn man keine Freunde oder Bekannte hat, die einem etwas empfehlen können? Die Hygiene ist Regel Nr. 1 weiterlesen

Ab wann soll man Piercings tragen

Wenn man sich die Zeit nimmt um themenrelevante Berichte auf Foren zu lesen und ggf. auch zu beantworten, wird man öfters auf ein Problem aufmerksam gemacht, das viele junge Leute beschäftigt: Ab wann sollte man ein Piercing tragen. Dort schreiben teilweise schon 12-jährige über ihren Wunsch sich piercen zu lassen. Ab wann soll man Piercings tragen weiterlesen